Die "Berliner Markthalle".

Vom Wochenmarkt zur Markthalle

Einkaufen auf Wochenmärkten war schon im alten Berlin sehr beliebt. So gab es um 1880 an die 20 Wochenmärkte, einer davon am Alexanderplatz. Doch durch das rasante Wachstum der damaligen Stadt Berlin und ihrer Bevölkerung wurden die Märkte schnell zum Verkehrshindernis und auch zum Gesundheitsrisiko.

Eine Lösung dieses Problems sollte mit dem damalige "Markthallen-Programm" geschaffen werden. Ziel des Programms: kleinere Markthallen in allen Stadtteilen, eine große zentrale Halle am Alexanderplatz. Die Halle am Alexanderplatz — die Zentralmarkthalle — war die erste städtisch finanzierte Markthalle und wurde 1886 eröffnet. Sie hatte einen Anschluss an die Stadtbahn und die Berliner nannten sie liebevoll "Bauch von Berlin". Es war ein zentraler Ort, wo man nicht nur Einkaufen ging, wo man sich auch zum Klatsch oder zum Biertrinken traf.

Die Zentralmarkthalle

Als größte Halle der Stadt eröffnete die Zentralmarkthalle im Mai 1893 nach einer Bauzeit von drei Jahren. Das Gebäude war ca. 100 Meter lang und bot rund 1.500 Verkaufständen Platz über drei Etagen. Durch den Anschluss an die Stadtbahn war ein schnelles Entladen der Waren möglich.

Nach kurzer Zeit konnte jedoch auch diese Halle nicht mehr alle Platzwünsche des Handels erfüllen, so dass man sich zum Bau einer zweiten Markthalle entschloss. Diese wurde 1893 mit einer Gesamtgrundfläche von rund 11.000 m² eröffnet.

Neue Berliner Markthalle

Die Markthalle am Alexanderplatz "überlebte" zwar den 2. Weltkrieg, war aber völlig verschlissenen. Anfang 1969 wurde das Gebäude abgerissen auch, um im Zuge der Neugestaltung am Alexanderplatz den Neubauten, wie dem Berliner Fernsehturm "Platz zu schaffen".

In einer Rekordzeit von nur 10 Monaten wurde auf dem Gelände der alten Großhandelshalle das damals erste Handelsobjekt des neuen Zentrums Ostberlins errichtet. Mit einem Zeitunterschied von 3 Jahren konnte nach Vollendung des zweiten Bauabschnitts die "Berliner Markthalle" vollständig an ihre Nutzer übergeben werden.

Nach einer weiteren umfangreichen Modernisierung ab 1993 entstanden einladende licht durchflutete, ganz individuelle Läden und Lädchen. Mit einem frischen Mieterbesatz startete die "Berliner Markthalle" 1995 auf zwei Verkaufsebenen mit ca. 60 Einzelhändlern und Gastronomen. Seit 1996 steht der Name Berlin Carré für diesen Einzelhandelsstandort.

Im Laufe der Jahre verließen einige Händler ihre Läden, andere nahmen diesen Platz jeweils ein, um mit frischen neuen Ideen die Vielfalt des Angebotes zu vervollständigen.

Heute gibt es über 50 Ladeneinheiten unter dem Dach des Berlin Carré, es sind weniger als 1995, weil Veränderungen an den Flächenbedarf Anlass gaben, aus einigen ganz kleinen Läden durch Zusammenlegung etwas größere Läden herzustellen.

Ein buntes Treiben mit ganz eigenem Charme herrscht hier auf insgesamt ca. 7.500 qm Verkaufsfläche.


Quellen:
Berliner Markthallen. Haude & Spener, Thorsten Knoll
Die Markthallen Berlins — Ihre baulichen Anlagen und Betriebseinrichtungen. Springer Verlag, A. Lindemann
Der Bauch von Berlin, Dr. Peter Lummel
Meyers Konversationslexikon, Band 18
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